Challenge Heilbronn 2015

BrunuhVille – Hopes And Dreams

Nun war es endlich soweit, meine erste Mitteldistanz. Das bedeutet: 2 km Schwimmen, 90 km Rad und ein Halbmarathon. Die halbe Ironman Distanz.

War die ganze letzte Woche etwas nervös. Aber ich wusste, dass ich gut vorbereitet war.

Ich fuhr mit meinem Vereinskollegen Daniel und Stephan einen Tag zuvor nach Heilbronn. Wir drei hatten die Absicht, die Mitteldistanz zu machen. Wir waren den ganzen Tag damit beschäftigt, alles zu organisieren, wie Startunterlagen holen, Räder einchecken, in Hotels einchecken.

Am Wettkampftag habe ich dann die Nathalia und den David wiedergesehen, wir drei hatten uns Anfang Juni bei der Trainerausbildung kennengelernt. Wir wollen die Triathlon Trainerlizenz erwerben. Man sieht, wir machen das nicht nur theoretisch sondern auch praktisch. Wir müssen ja unseren zukünftigen Athleten erzählen können wie sich das anfühlt. 😉

Der Wettkampfmorgen war etwas hektisch, da der Start schon am früher am Morgen war. Aber besser früher, als ewig warten zu müssen. Daniel startete als erster, dann sein Onkel und danach als letzte Gruppe Nathalia und ich. Das Schwimmen war sowas von leicht und super. Ohne große Rauferei beim Start, alles sehr ruhig und entspannt.

Wir mussten einen ganz schön weiten Weg zum Parkhaus (unserer Wechselzone) zurücklegen. Im Parkhaus wurden wir gewarnt, nicht den ausgelegten roten Teppich zu verlassen da es sehr rutschig und nass war. Einige Athleten fingen auch das Schlittern an. Dann sah ich Nathalia, sie hatte ihr Rad in der Nähe von meinem. Ich verlies den roten Teppich weil ich ihr alles Gute wünschen wollte und rutschte natürlich aus und landete unsanft auf dem Rücken und rechten Ellbogen der von Lustenau noch etwas lädiert war. Unglaublich. Die Leute schauten erschrocken und fragten ob alles okay wäre und mir war nix passiert. Gehört ab jetzt irgendwie auch für mich zum Triathlon dazu.

Dann endlich auf dem Rad fuhr ich in der ersten Kurve über etwas Holpriges und verlor die Hälfte meines Essens. Ich hatte es so gut am Rad befestigt, dachte ich zumindest, somit war mein Essensproblem auch gelöst. Ich hatte mich lange Zeit damit beschäftigt aber nun hatte ich nur noch die Hälfte davon. Das musste jetzt reichen. Durch meine Laktoseintoleranz kann ich die Riegel und Gels bei den Verpflegungsstellen nicht nutzen. Ich konnte mir darüber jetzt keinen Kopf machen. Nun musste das reichen was ich noch hatte. Solche Dinge werden mir in Zukunft nicht mehr passieren. Das nennt sich „Erfahrung sammeln“.

Ich fragte mich schon, wie es so ist 90 Kilometer Rad zu fahren und dann einen Halbmarathon zu laufen. Zu meinem Erstaunen verlief das Rad fahren sehr zügig und richtig gut. Ich hätte gedacht, dass es anstrengender sein würde. Natürlich hatte ich die ganze Zeit auch den Halbmarathon im Hinterkopf. Bei Kilometer 50 merkte ich, dass ich irgendwie gemütlicher wurde und versuchte dann wieder etwas schneller zu werden. Alles in allem bin ich mit meiner Rad Zeit mehr als zufrieden.

Der Wechsel vom Rad zum Lauf verlief auch richtig leicht und locker. Ich bremste mich auf der Laufstrecke und dachte noch, dass ich ja am Schluss noch etwas schneller werden könnte. Es lief alles perfekt, wahrscheinlich zu perfekt. Bei Kilometer 9 hatte ich plötzlich ein Stechen im linken Bein, ohne Vorwarnung. Oh mein Gott was war das denn? Ich konnte nicht mehr richtig laufen. Ich versuchte zu Dehnen und Massieren. Es half irgendwie gar nichts. Was sollte ich tun? Es war erst der Anfang der zweiten Laufrunde von drei. Noch 12 Kilometer bis ins Ziel. Ich wusste auch, wenn ich aufgeben sollte, wäre das ganz schlecht für meine Psyche, da ich bei der nächsten Mitteldistanz immer daran denken würde und Angst hätte, wieder zu versagen. Ich musste das irgendwie beenden. Ich fing an zu humpeln und verlagerte mein Gewicht mehr auf das andere Bein. Es sah vielleicht etwas unförmig aus, aber ich kam voran. Zum Glück war der Schmerz nicht ständig, wenn er kam war er heftig aber mit Lauf ABC Elementen konnte ich das Bein irgendwie wieder entlasten. An den Verpflegungsstellen kühlte ich das Bein mit Wasser statt zu trinken. Manchmal hüpfte ich dann auf einem Bein bis es wieder besser wurde. Unglaublich…….das war ja nur die Mitteldistanz. Mir ist bewusst dass der Ironman sehr viel härter sein wird. Ich war so gut trainiert und hatte immer noch Kondition übrig und dann das. Ich hangelte mich von Kilometer zu Kilometer, aber die letzten zwei waren so ewig lange.

Dann kam endlich der Zielkanal. Oh mein Gott ich war so froh. Ich hatte meine erste Mitteldistanz gefinished.

Nun muss ich analysieren, was ich besser machen kann und für meine Langdistanz nächstes Jahr noch mehr trainieren. Aber ich war gut vorbereitet und denke, man kann nicht alles ausschließen. Vor allem nicht auf so viele Kilometer. Aber ich denke, dass ich nur so mein großes Ziel erreichen kann. Erfahrung sammeln. Kein Buch und kein Erzählungen können mir das Triathlonfeeling vermitteln. Man muss das selbst erleben. Einen Triathlon zu beenden ist einfach ein unglaubliches Glücksgefühl, auch noch Tage und Wochen später.

Ich wurde 6. in meiner Altersklasse und 47. in der Gesamtwertung der Frauen.

Daniel und Stephan hatten sich auch durchgekämpft und gefinished. Herzlichen Glückwunsch!

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