Venedig Marathon 2016 (Venice Marathon)

Danny Rayel-The Dragon Rider

Venedig Marathon 2016

Eigentlich wollte ich nach der Challenge Roth keinen Marathon im Herbst 2016 laufen aber als ich dann sah das es in Venedig einen Marathon gab musste ich einfach laufen. Ich wollte mir das nicht entgehen lassen. Also erholte ich mich von Roth und startete ein etwas verkürztes Marathontraining. Nach einer längeren Pause nach Roth war es richtig hart wieder ins Training einzusteigen aber die Form kam nach und nach immer mehr zurück. Jeden Meter den du läufst fällt unheimlich schwer, aber wenn man Ziele hat ist es leichter zum Durchhalten.

Ich hatte erst bedenken nach Roth in ein Loch zu fallen nach den Monaten des harten und langen Trainings. Aber das passierte nicht, da ich mir ja mit Venedig ein neues Highlight gesetzt hatte.

Die Woche vor dem Marathon war nicht optimal für mich. Ich war das Wochenende zuvor krank und musste das Bett hüten. Somit konnte ich auch einen langen 30 Kilometer Trainingslauf nicht absolvieren.

Einigermaßen gesund musste ich meine letzte Prüfung für die Triathlon Trainer Lizenz machen und um 8:30 Uhr in Steinbach sein ( ca. 2 Stunden 50 Minuten Fahrt).  Diese Woche war wenig Schlaf an der Tagesordnung.

Eigentlich konnte ich mir keinen Marathon vorstellen nach dem krank sein, aber den musste ich einfach laufen. Das ist immer so eine Sache, da man nie genau weiß wie gut man sich am Wettkampftag fühlt. Aber das geht ja jedem gleich.

Wir fuhren am Freitag nachdem die Kinder aus der Schule kamen nach Italien. Am nächsten Tag holte ich meine Startunterlagen ab und genoss das rege Treiben auf der Messe. Es ist in jedem Land das gleiche und man fühlt sich einfach wohl. Der Rest des Tages wurde natürlich Venedig besichtigt. Es war ein schöner, warmer, sonniger Tag. Einfach wundervoll.

Am Tag des Wettkampfes war ich sehr früh am Start da ich pünktlich sein wollte und nicht sicher war ob ich den Startort sofort finden würde. Zudem kann ich absolut kein italienisch.  Der Start war in Stra, einem kleinen Ort etwa 25 Kilometer von Venedig entfernt. Hier bauten die adeligen Venezianer im achtzehnten Jahrhundert ihre Ferienhäuser.  Der erste Teil führt durch eine Gegend reich an Geschichte, Kultur und Landschaft. Die Zuschauer waren einfach nur toll. Sie feuerten uns an, aber das musste ich dann erst später übersetzen da ich absolut nichts verstehen konnte. Es spielten sehr viele Lifebands und ich genoss das sehr. Es erinnerte mich an Roth und Köln. In Mestre führte der Marathon 2 Kilometer durch einen Park, danach, nach Kilometer 30 kam die „Ponte de Liberta“ Brücke der Freiheit, eine 4 Kilometer lange Brücke das Venedig mit dem Festland verbindet. Der wohl schlimmste Teil des ganzen Laufes. Du läufst und läufst und läufst und hast das Gefühl das Venedig absolut nicht näherkommt. Das war wirklich hart für den Kopf. Ich sah in viele Gesichter und merkte das es den anderen genauso erging.  Ich wollte schneller aber die Beine wollten einfach nicht schneller.  Nach der endlosen langen Brücke kam das Hafengebiet und danach das historische Zentrum. Man läuft neben dem Canale della Giudecca, bis zum Punta della Dogana wo man den Canal Grande über eine schwimmende Brücke (die nur für den Marathon gebaut wird) und dann über unzählige Brücken, die nach Kilometer 40 wirklich sehr anstrengend sind. Zu guter Letzt dreht man eine extra Schleife über den Piazza San Marco (Markusplatz) und nach der endlich letzten Brücke direkt ins Ziel.

Der Marathon fiel mir sehr schwer, ich musste leiden und meine Beine wollten einfach nicht schneller. Aber ich bin dennoch sehr glücklich diesen Marathon gemacht zu haben. Die Passagen in Venedig, auf die ich mich am meisten gefreut hatte waren dann doch die härtesten des ganzen Laufs. Jeder der schon mal einen Marathon gemacht hat wird wissen wie sehr sich auch nur kleine Berge in den Beinen anfühlen. Die Veranstalter hatte Rampen über die Brücken gebaut damit wir nicht Treppen steigen mussten aber man merkte wie es doch jedem von uns immer schwerer fiel.

Ich konnte meine Zeit von Köln leider nicht unterbieten aber ich versuchte wenigstens unter 4 Stunden zu bleiben. Das war das Beste was ich machen konnte.  Ich denke das auf längeren Distanzen wie einem Marathon oder Ironman so viel passieren kann das man auch nicht alles bis ins kleineste Detail trainieren kann. Ich sah z.B. wie ein Mann ca. 1 Kilometer vor dem Ziel an ein Absperrgitter gestoßen ist und daraufhin einen Krampf bekommen, geschrien und in dem Moment keine Chance mehr hatte weiter zu laufen. Um eine persönliche Bestzeit zu laufen muss einfach ALLES passen. Aber um ehrlich zu sein ist mir das beenden das wichtigste, da es für den Kopf nicht gut ist etwas unbeendet zu lassen.

Ich beendete den Marathon in einer Zeit von 3 Stunden 53 Minuten und 10 Sekunden. Somit habe ich noch eine persönliche Bestzeit Rechnung offen. 😉 Ich vermute das ich deswegen nächstes Jahr nochmal antreten möchte.

 

Fazit: Wunderschöner und super organisierter Wettkampf.

Tolles Land mit tollen Menschen.

Ich komme wieder. 😉

 

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