Einstein Triathlon Ulm 2017

Vlado Hudec – Revelations

Hitzeschlacht beim Einstein Triathlon in Ulm 2017

Nun stand die Mitteldistanz in Ulm ( 2,2 km Schwimmen, 80 km Rad und 20 km Lauf)  sechs Wochen vor dem Ironman Frankfurt an. Es sollte ein Formtest sein und ich wollte meine Ernährung für den Ironman ausprobieren. Es zeichnete sich schon ab das es sehr heiß werden sollte.

Ich holte meine Startunterlagen am Vorabend und checkte mein Rad ein. Die meisten anderen aus meinem Verein oder Freunde aus anderen Vereinen die ich kenne kamen erst am nächsten Tag zum Wettkampf. Aber ich kann den Stress am Renntag nicht brauchen. Ich genieße viel lieber in Ruhe das ganze Flair.

Beim Rad check in versuchte ich mir die Wege in der Wechselzone einzuprägen. Wo steht mein Rad, wo ist der Weg vom Wasser zur Wechselzone, wo geht es zur Rad und zur Laufstrecke? Eine Frau erklärte mir alles und dann gesellte sich ein anderer Athlet zu uns der sich auch dafür interessierte. Matthias, er möchte dieses Jahr auch einen Ironman in Regensburg machen und wir kamen ins Gespräch. Wir stellten fest das sein Hotel in der Nähe von meiner Unterkunft war und so bildeten wir eine Fahrgemeinschaft. Somit konnten wir ein Auto stehen lassen und hatten mit einem Auto weniger Parkprobleme.

Nun war keiner von uns mehr alleine und das war dann gleich viel besser da es so, leichter ist die aufkeimende Nervosität besser zu verdrängen. Wir besuchten die Wettkampfbesprechung und ich traf Tobi aus meinem alten Verein. Das freute mich total. Irgendwie sind wir Triathleten wie eine große Familie. Man trifft sich immer wieder und es ist ein total schönes Gefühl. Es ist auch ein Gefühl der Zusammengehörigkeit da wir alle das gleiche machen und lieben.

Wir besuchten die Wettkampfbesprechung bei der wir auch schweigend an Juia Viellehner gedachten, eine Triathletin die bei einem Radunfall eine Woche zuvor gestorben war. Es war sehr traurig und machte bewusst wie schnell das Leben vorbei sein kann.

Nach der Wettkampfbesprechung wollte ich einfach nur noch relaxen um fit für den nächsten Tag zu sein.

Am nächsten Morgen startete ich ohne Stress und Hektik. Ich ging noch einmal in die Wechselzone um mein Rad zu checken und den Proviant anzubringen, dann suchte ich mit Matthias nach dem Shuttlebus der uns zum Schwimmstart bringen sollte. Wir fanden ihn schließlich und fuhren eine gefühlte Ewigkeit mit dem Bus zum Schwimmstart. Dort angekommen zogen wir die Neoprenanzüge an und cremten uns mit Sonnencreme ein. Der Tag sollte heiß werden, die Sonne brannte schon am Morgen ziemlich.  Beim Start traf ich Chris mit seiner Familie und Peter mit seiner Frau. Wir wünschten uns viel Glück und dann rückte der Start auch schon näher.

Wir schwammen in der Donau. Als erstes mussten wir uns auf einen provisorisch gebauten Steg setzen, alle nebeneinander mit Blick auf das Ulmer Münster. Der Anblick war einfach Traumhaft.

Nach dem Start wurden wir von einer leichten Strömung mitgenommen, die aber immer weniger wurde und schließlich aufhörte. Es war nicht einfach sich da durchzusetzen. Überall irgendwelche Beine oder Arme. Dieses Mal bekam ich sogar mächtig einen Schlag auf den Kopf und ich war froh das meine Schwimmbrille nicht verrutschte. Das Schwimmen ging wahnsinnig schnell vorbei.

Beim Schwimmausstieg zogen uns starke Helferhände aus dem Wasser, schnell in die Wechselzone, Neo ausziehen, Radhelm, Brille, Startnummernband und Schuhe anziehen und schnell auf die Radstecke.

Die ersten 15 Kilometer konnten wir erst einmal durchatmen aber dann kam eine 16 % Steigung. Die hatte es ganz schön in sich. Ein paar Athleten mussten sogar schieben. Das wollte ich auf alle Fälle vermeiden. Ich denke für die Zuschauer war das ein großes Spektakel. 😊

Dann ging die restliche Strecke auf und ab aber nicht mehr so steil. Bei der Mitteldistanz mussten wir die 16% Passage aber ein zweites Mal bezwingen.  Auf der zweiten Runde merkte ich wie wir von der Mitteldistanz wesentlich langsamer Unterwegs waren und dass die Athleten der olympischen Distanz, natürlich viel frischer waren als wir, uns ständig überholten. (Sie starteten später und mussten die Radstrecke nur einmal fahren). 😊

Ich spürte die Hitze schon auf der Radstrecke und versuchte mir Wasser aus der Wasserflasche über den Kopf zu gießen. Nach dem Rad ging es wieder in die Wechselzone und im Anschluss auf die 20 Kilometer lange Laufstrecke. Ich versuchte von Anfang an ein ruhiges Tempo da mir klar war das mir sonst die Hitze mehr zu schaffen machen würde, wenn ich versuchen sollte zu schnell zu sein. Ich wollte einfach nur finishen.  Es waren 4 Runden à 5 Kilometer zu laufen und jedes Mal mussten wir am Ziel vorbei, was nach Runde zu Runde immer schwerer erschien, da immer wieder Leute zum Ziel abbogen aber ich noch nicht durfte. Das Beste war die vierte Runde, bald geschafft. Ich kühlte mich die ganze Zeit in Form von Schwämmen oder trinken oder Duschen die die Veranstalter aufgestellt hatten. Tausend Dinge gingen mir durch den Kopf aber ich sah auch das die anderen genauso kämpften wie ich, das gab Zuversicht.  Auf der dritten Runde sah ich einen Athleten der sehr erschöpft aussah, er machte die Olympische Distanz und er sah voller Verzweiflung zu der Zielabzweigung mit dem Wissen noch eine 5 Kilometer Runde zu laufen. Ich sagte zu ihm das es schön wäre da jetzt abzubiegen aber wir mussten noch eine Runde Laufen. Ich fühlte eine Verbundenheit zueinander da wir müde waren und es so heiß war. Und wir liefen noch die allerletzte Runde.

Das schönste ist immer der Zieleinlauf. Ich kann das Gefühl nicht beschreiben. Man muss es selbst erleben. Es ist aber fantastisch.

Ich wollte im Ziel nur noch sitzen und trinken.

Ich traf im Ziel einige Athleten aus meinem Verein, das tat richtig gut. Leonie, Alessa, Hendrik, Gunther, Martin (sorry wenn ich jemand vergessen habe) 😉

Matthias, der mich beim Rad überholt hatte habe ich wieder getroffen.

Andi ein Freund vom Bodensee stand da.

Peter der auch beim Ironman Frankfurt startet.

Ich hatte Tobi nochmal getroffen.

Vor dem Start den Markus aus der Trainerausbildung.

Vor dem Start mit Rodrigo telefoniert und gegenseitig viel Glück gewünscht.

Das ist einfach das tollste. Bei den Wettkämpfen sieht man so viele bekannte Gesichter immer wieder.

We are a big Triathlon Familly.

Meine Zielzeit war 5:12:32 Stunden

Nun freue ich mich auf den Ironman Frankfurt am 09.Juli 2017

Es gab einige Leute die sich wegen der Hitze um mich sorgten. Das ist absolut nicht nötig da ich gut vorbereitet bin und auch sehr vernünftig bin. Ich habe 3 Kinder und ein Alter indem man nicht mehr kopflos agiert. Viele sehen es mir nicht an aber auch ich habe mit 42 Jahren  körperliche Alterserscheinungen wie andere auch in meinem Alter. Ich messe mich auch nicht mit jungen Mädchen, das wäre nicht sehr gut. Ich brauche mehr Zeit zum Regenerieren und muss auch mehr auf die Signale meines Körpers hören. Mir macht der Sport einfach Spaß und so soll es auch noch eine Weile bleiben.  Ich bin glücklich über die Fitness die ich momentan habe und das reicht mir. Also, diejenigen die sich Sorgen machen……..ich habe meine Gesundheit im Griff……. Versprochen. 😊

 

 

 

Bild zwei ist von Locquenghien.

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